Symposium der Zivilcourage 2025

20. November 2025
Eine erhobene Faust mit lila Strahlen im Hintergrund, die Stärke und Widerstand symbolisiert.

Zivilcourage ist der Schlüssel zu einer starken, demokratischen und solidarischen Gesellschaft. Darum setzen wir uns beim Symposium der Zivilcourage am 20. November 2025 intensiv mit der Thematik auseinander. Die TriBühne Lehen in Salzburg - ein Begegnungsraum für Kultur, Politik und Zivilgesellschaft, ein Ort für mutiges Stimmen und lebendige Debatten – bietet dafür den perfekten Rahmen.  

Mit unserem Symposium der Zivilcourage holen wir jene alltäglichen, oft leisen und dennoch kraftvollen Handlungen vor den Vorhang, durch die ein demokratisches, faires und solidarisches Miteinander entsteht - nah dran am Publikum, nah dran an aktuellen Entwicklungen.  

 

09:30 Uhr | Einlass und Ankommen

Einchecken kannst du bei unserem Infostand. Hier bekommst du alle wichtigen Informationen.

10:00 Uhr | Begrüßung

Vorstellung füruns Extremismusprävention und Programmübersicht

10:15 Uhr bis 12:00 Uhr | Keynotes

  • Judith Goetz (Politik- und Bildungswissenschaftlerin und Rechtsextremismus-Expertin)
  • Andre Wolf (mimikama)
  • Eşim Karakuyu (Beratungsstelle Extremismus)

12:00 Uhr bis 12:30 Uhr | Pause - Snacks und Getränke

Kurze Pause zum Auftanken

12:30 Uhr bis 13:30 Uhr | Podiumsdiskussion

Diskussionsrunde mit allen Keynotespeaker:innen

13:30 Uhr bis 15:00 Uhr | „Straße der Zivilcourage“ – Austausch & Vernetzung & Buffet

Auf der „Straße der Zivilcourage“ findest du lokale und überregionale Organisationen, die sich zivilgesellschaftlich engagieren. Im direkten Gespräch kannst du dich austauschen, Ideen teilen und mögliche Engagementmöglichkeiten entdecken.

Bücher der Keynote-Speaker:innen und weiteren spannenden Lesestoff zum Thema gibt’s beim Büchertisch von Morawa Shopping Arena Salzburg.

Keynotes

Judith Goetz: Sprache – Macht – Demokratie: Zur Normalisierung rechter Rhetoriken und was politische Bildung dagegen tun kann

Bildmaterial: Apollonia Theresa Bitzan

Die Normalisierung rechtsextremer Rhetorik geht mit einer Verschiebung der Grenzen des Sagbaren einher. Falschinformationen und Lügen werden häufiger toleriert, demokratische Umgangsformen verlieren an Bedeutung, und fundamentale Werte wie Pressefreiheit, Meinungsvielfalt und Gleichberechtigung geraten unter Druck. Diskursive Strategien wie Provokation, Schuldumkehr, Leugnung, Polarisierung oder Verschwörungserzählungen prägen zunehmend die öffentliche Kommunikation. Gleichzeitig verstärken sich Tendenzen des nativistischen Nationalismus und eine Rassifizierung gesellschaftlicher Räume. Dabei spielen die gezielte Nutzung (sozialer) Medien sowie die Emotionalisierung öffentlicher Debatten eine zentrale Rolle. Themen und Ausdrucksformen, die früher als inakzeptabel galten, dringen zunehmend in den öffentlichen Diskurs ein und werden schrittweise als legitim wahrgenommen. Dieser Prozess der Normalisierung ist ein zentrales Element rechter Kommunikationsstrategien und Ausdruck einer Politik der Ausgrenzung.

Aus Sicht der politischen Bildung stellt diese Entwicklung eine große Herausforderung dar. Sie erfordert eine kritische Auseinandersetzung mit Sprache, Macht und Medien sowie die Förderung von Demokratiekompetenz, historischer Sensibilität und Medienkritik. Politische Bildung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, rechte Diskursstrategien zu erkennen, demokratische Werte zu reflektieren und die eigene Haltung in pluralistischen Gesellschaften zu stärken.

In ihrem Vortrag beleuchtet Judith Goetz zentrale Aspekte dieser Prozesse und diskutiert, wie sprachliche Diskursverschiebungen politische Kulturen verändern. Sie geht dabei auf aktuelle Entwicklungen ein und zeigt Wege auf, wie politische Bildung dazu beitragen kann, demokratische Öffentlichkeiten zu stärken.

Judith Goetz ist Literatur-, Politik- und Bildungswissenschaftlerin, Gender-Forscherin, Rechtsextremismus-Expertin. Sie lehrt und forscht an der Universität Innsbruck im Bereich Politische Bildung und ist Mitglied der Forschungsgruppe Ideologien und Politiken der Ungleichheit (FIPU).

Ihre Interessensschwerpunkte liegen bei Frauen*/ Gender und Rechtsextremismus sowie Antifeminismus. Zuletzt erschienen der von ihr mitherausgegebenen Sammelbände "Global Perspectives on Antifeminism" (2023) sowie "Geschlechterpolitiken der Identitären. Ein Beitrag zur politischen Bildung gegen Rechtsextremismus".

Andre Wolf: Gerüchte sind keine Wahrheit: Gemeinsam Haltung zeigen gegen Desinformation

Bildmaterial: Nadja Büchler

Desinformation gefährdet nicht nur die öffentliche Debatte, sondern auch das friedliche Zusammenleben. Andre Wolf zeigt, wie alternative Medien mit Schlagzeilen, Framing und Narrativen arbeiten und warum Kanäle wie Telegram für die Verbreitung solcher Inhalte so wirkungsvoll sind. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie wir diesen Mechanismen begegnen können und welche Strategien helfen, wenn uns vermeintliche „Geschichten“ im Alltag aufgedrängt werden. Ziel ist es, Handlungssicherheit zu gewinnen und die eigene Haltung klar und mutig zu vertreten.

Andre Wolf, geboren 1977 in Versmold, ist ein deutscher Autor, Blogger und Social-Media-Experte. Nach dem Abitur studierte er Theologie, brach das Studium jedoch ab. Von 2008 bis 2015 leitete er die Medien- und Kommunikationsabteilung der Rolf Nagel GmbH. Seit 2013 engagiert er sich beim Verein Mimikama, der über Internetmissbrauch aufklärt. Zunächst ehrenamtlich tätig, arbeitet er seit 2015 hauptberuflich als Pressesprecher und Social-Media-Koordinator. Während der COVID-19-Pandemie beriet er den Digitalen Krisenstab des österreichischen Bundeskanzleramts und ist Mitglied des nationalen No Hate Speech Komitees Austria sowie der Task Force Onlineantisemitismus. Neben seiner Tätigkeit bei Mimikama veröffentlicht Wolf Bücher, schreibt Kolumnen und tritt als Referent auf. Seit 2023 tourt er mit einem Bühnenprogramm und hat eine regelmäßige TV-Kolumne. Wolf lebt seit 2015 in Wien, wurde 2016 zum Blogger des Jahres gewählt und 2020 mit dem Menschenrechtspreis der Düsseldorfer Symphoniker ausgezeichnet.

Eşim Karakuyu: TikTok & Co. - Themen, Trends und Ansätze aus der Jugendsozialarbeit

In den letzten Jahren haben sich unterschiedliche subkulturelle Jugendszenen herausgebildet. Sie sind divers, dynamisch und oft durch eine grundsätzliche Abgrenzung gegenüber Staat und Institutionen geprägt. Zentral sind dabei antifeministische Erzählungen sowie eine massive Online-Präsenz auf Plattformen wie Instagram und TikTok. Wie funktionieren solche Jugendszenen? Was macht sie für andere attraktiv? Und wie können wir sie erreichen?

Eşim Karakuyu ist Beraterin und Pädagogin mit Schwerpunkt auf Extremismusprävention und digitaler Jugendarbeit, insbesondere für junge Frauen*. Sie ist Mitbegründerin zahlreicher Onlinestreetwork-Initiativen wie NISA_gemeinsam, Frag die Abla und MoreThanThatGirl. Gemeinsam mit Kolleg:innen verfasste sie das Buch „Die alternative Held:innenreise. Digital Storytelling von unten“, das im Oktober im Mandelbaum Verlag erscheint.

Straße der Zivilcourage

Informiere und vernetze dich bei der Straße der Zivilcourage.

in Kooperation mit

Grafische Darstellung eines männlichen und weiblichen Symbols sowie eines Rollstuhlsymbols.

Der Veranstaltungsort ist barrierefrei zugänglich und verfügt über eine rollstuhlgerechte Toilette. Uns ist es wichtig, unsere Veranstaltungen für alle so barrierearm wie möglich zu gestalten. Solltest du besondere Bedürfnisse haben, die deine Teilnahme erleichtern, lass es uns bitte bei der Anmeldung wissen.

Logo des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz in Österreich

Diese Veranstaltung ist gefördert aus Mitteln des Sozialministeriums.

Ein goldenes Abzeichen mit der Aufschrift "EBQ" und dem Text "Mit Qualitätsgarantie" für Erwachsenenbildung.

Unsere Bildungsangebote sind seit Herbst 2021 mit dem Qualitätssiegel für Erwachsenenbildungseinrichtungen (EBQ) zertifiziert.

Mehr über das EBQ-Gütesiegel
Datum & Uhrzeit
20. November 2025
09:30 bis 15:00 Uhr
Veranstaltungsort
TriBühne Lehen
Tulpenstraße 1, 5020 Salzburg
Veranstalter:in
füruns - Zentrum für Zivilgesellschaft
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Du kannst dich aber gerne direkt bei uns melden – eventuell ist die Teilnahme noch möglich!

E-Mail: info@fuer-uns.at
Telefon: +43 650 470 00 72

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