Das war das Symposium der Zivilcourage 2025 in Salzburg
„Wir haben die besseren Geschichten“: Ein starkes Signal gegen die Resignation
Lebhafte Debatten, intensiver Austausch und eine klare Botschaft in der TriBühne Lehen in Salzburg: Das „Symposium der Zivilcourage“ setzte am 20. November 2025 ein Zeichen für den demokratischen Zusammenhalt. Was als Analyse bedrohlicher Entwicklungen begann, mündete in einer spürbar positiven Aufbruchsstimmung.
Wenn Fake News verunsichern, rechte Parolen in den Alltag einsickern und Hass im Netz Kritiker:innen verstummen lässt: In diesem Spannungsfeld wir in Kooperation mit der Plattform für Menschenrechte die Frage nach unserer Handlungsfähigkeit. Die Antwort, die sich durch den Tag in der Salzburger TriBühne Lehen zog, war so simpel wie kraftvoll: Zivilcourage ist keine Solo-Show, sondern kollektive Praxis.
Drei Perspektiven, ein Fazit: Inhaltlich bauten die Analysen der drei Keynote-Speaker:innen schlüssig aufeinander auf, um vom „großen Ganzen“ ins konkrete Handeln zu kommen.
- Die Politikwissenschaftlerin Judith Goetz analysierte präzise, wie Sprache Macht ausübt und Grenzen des Sagbaren verschiebt.
- Andre Wolf von Mimikama deckte die Mechanismen hinter Fake News auf: Es geht oft gar nicht darum, dass Lügen geglaubt werden, sondern dass niemand mehr weiß, was wahr ist – ein Nährboden für Verunsicherung.
- Eşim Karakuyu von der Beratungsstelle Extremismus schlug die Brücke zu TikTok und Jugendkulturen, wo antifeministische oder rassistische Narrativen oft unwidersprochen bleiben.
Doch statt angesichts dieser Analysen in Schockstarre zu verfallen, machte Karakuyu den Anwesenden mit einem zentralen Satz Mut: „Wir haben die besseren Geschichten.“ Gemeinsam mit dem engagierten Publikum kristallisierten die Speaker daraufhin die wichtigste Erkenntnis des Tages heraus: Um das Spiel der Destruktion zu beenden, muss man es erst verstehen – um dann gemeinsam aktiv Gegennarrative zu setzen.
Vom „Ich“ zum „Wir“ Die Atmosphäre im Saal wandelte sich schnell von analytischer Konzentration zu konstruktiver Tatkraft. In den Diskussionen stand die Frage „Aber was kann man denn noch tun?“ im Raum. Die Antwort gab der Tag selbst: Das direkte „Face-to-Face“, das Netzwerken auf der „Straße der Zivilcourage“ und die Erkenntnis, im Engagement nicht allein zu sein.
Es war ein Symposium gegen die Abstumpfung und gegen das Gewöhnen an die Verrohung. Die Teilnehmer:innen gingen weniger mit Sorge, sondern mit Tatendrang nach Hause – ermutig, gestärkt und vernetzt.
Ein besonderer Dank für den gelungenen Rahmen gilt dem Diakoniewerk Salzburg (Kulinarium) für das großartige Catering sowie Irina Fröhlich von der Buchhandlung Morawa für den Büchertisch, der rege genutzt wurde.
Nachschau und Vertiefung Für alle, die nicht dabei sein konnten oder die Impulse vertiefen möchten: Unser Medienpartner FS1 hat die Veranstaltung aufgezeichnet. Die Videos werden in Kürze veröffentlicht. Ein erstes Reinhören in die Podiumsdiskussion mit Judith Goetz, Andre Wolf und Eşim Karakuyu bieten wir euch bereits am 26.11. im „Engagierte Stimmen“-Podcast..