Lehrgang Freiwilligenkoordination: Führung und Kommunikation - Nachbericht zum Modul 3
19. & 20. Jänner 2026
Im dritten Modul des Lehrgangs Freiwilligenkoordination standen die Themen Führung und Kommunikation mit Freiwilligen im Mittelpunkt. Die Teilnehmenden erhielten sowohl theoretische Grundlagen als auch praxisnahe Methoden, um ihre Rolle als Freiwilligenkoordinator:innen bewusst zu gestalten und weiterzuentwickeln.
Grundlagen für das Führen von Freiwilligen
Der erste Tag wurde von Sybille Auer (Bereichsleitung Freiwilliges Engagement Caritas der Diözese Innsbruck, Leitung Freiwilligenzentrum Tirol Mitte) gestaltet. Im Fokus standen zentrale Aspekte der Führung im Kontext freiwilligen Engagements.
Behandelt wurden die motivationspsychologischen Grundlagen des freiwilligen Engagements sowie konkrete Motivationsmöglichkeiten für Freiwillige und Hauptamtliche. Freiwilligenkoordination wurde als klare Führungsaufgabe verstanden, die in die Organisationsstrategie eingebettet ist und entsprechende Rahmenbedingungen benötigt.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Aufgabenprofil von Freiwilligenkoordinator:innen sowie der Klärung von Aufgaben, Rollen und Verantwortlichkeiten. Unterschiedliche Führungsstile, Werthaltungen und Einstellungen gegenüber Freiwilligen wurden reflektiert und in Bezug auf die eigene Praxis diskutiert. Auch die Besonderheiten beim Leiten eines Freiwilligenteams wurden thematisiert.
Zentral war zudem das Zusammenspiel von Aufbruchskraft, Beziehungskraft und Strukturkraft in der Führung. Durch praktische Übungen konnten die Teilnehmenden ihren eigenen Führungsstil reflektieren und weiterentwickeln.
Die „Freiwilligenreise“ wurde als hilfreiches Instrument vorgestellt, um den Weg einer freiwilligen Person vom ersten Kontakt über das Engagement bis hin zum Austritt strukturiert zu begleiten.
Kommunikation mit Freiwilligen
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen der Kommunikation und wurde von Nedžad Moćević (Researcher an der FH Salzburg, Trainer und Berater im Bereich Interkulturalität und Diversität, Fortbildner bei der Beratungsstelle Extremismus) geleitet.
Im Mittelpunkt standen Gesprächsführung in der Begleitung von Freiwilligen, der Aufbau von Verbindlichkeiten, die Moderation von Gruppen sowie die Förderung von Teamarbeit. Darüber hinaus wurde Kommunikation als wichtiges Instrument in schwierigen Situationen, bei Konflikten und Krisen beleuchtet.
Zentrale Inhalte waren die Kompetenzlosigkeitskompetenz sowie die Prinzipien der Gewaltfreien Kommunikation. Eine gemeinsame Reflexion über Haltung, Rolle und Werte bildete die Grundlage für eine bewusste und wertschätzende Gesprächsführung.
Zum Abschluss wurden die Inhalte in einem Rollenspiel praktisch erprobt. Die Teilnehmenden schlüpften in die Rolle der Koordination sowie einer freiwilligen Person und führten Gespräche in unterschiedlichen Sprachstilen. Dadurch wurde erlebbar, wie stark Kommunikation von Haltung, Wortwahl und Perspektive beeinflusst wird.
Fazit
Das dritte Modul machte deutlich, wie eng Führung, Haltung und Kommunikation in der Freiwilligenkoordination miteinander verbunden sind. Theorie, Praxisübungen und Reflexion ermöglichten es den Teilnehmenden, ihre Rolle bewusster wahrzunehmen und neue Impulse für die Arbeit mit Freiwilligen mitzunehmen.
Stimmen aus dem Lehrgang
„Die Freiwilligenreise nehme ich auf jeden Fall mit, da sie mir hilft, unterschiedliche Aufgaben und Einstiege für Freiwillige gezielt zu gestalten.“
— Amina
„Mein Aha-Moment waren die unterschiedlichen Persönlichkeitstypen – Infos je nach Person kurz und bedürfnisgerecht zu formulieren, nehme ich für künftige Tätigkeitsbeschreibungen mit.“
— Magdalena
„Die eigene Haltung ist ein wesentlicher Faktor für klare und wertschätzende Kommunikation.“
— Philip
„Man kann nicht nicht kommunizieren – und genau das hat der Workshop sehr gut verdeutlicht.“
— Dagmar