Nachbericht: Perspektiven wechseln: Unterwegs mit dem Rollstuhl

12.01.2026
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Bildmaterial: Eva Schmolmüller

Im Rahmen der Lehrveranstaltung „Inclusive Design“ erkundeten Master-Studierende der Architektur der Kunstuniversität Linz die Linzer Innenstadt aus der Perspektive von Rollstuhlfahrenden. Begleitet wurde der Workshop von Christoph Etzlstorfer, langjährigem Rollstuhl-Leistungssportler, Trainer und Inklusionsexperten, der die Teilnehmenden mit großer Fachkompetenz durch den Tag führte.

Zu Beginn des Workshops tauchten die Studierenden gemeinsam mit dem Workshopleiter in die Lebensrealitäten von Rollstuhlnutzer:innen ein. In einem offenen Austausch berichtete Christoph Etzlstorfer aus seinem Alltag, schilderte Herausforderungen, aber auch Lösungsansätze und zeigte auf, worauf in der Planung und Gestaltung von Räumen besonders geachtet werden sollte.

Anschließend ging es hinaus in die vorweihnachtliche Linzer Innenstadt – mitten durch den Adventmarkt. Bereits hier wurden erste Barrieren unmittelbar erfahrbar: grobe Pflastersteine, steile Rampen oder hohe Gehsteigkanten stellten im Rollstuhl spürbare Hindernisse dar. In Zweierteams erlebten die Studierenden den öffentlichen Raum aus zwei Perspektiven – eine Person im Rollstuhl, die andere als unterstützende Begleitperson.

Besonders eindrucksvoll waren auch die Wege, die Christoph Etzlstorfer auswählte: Sie führten durch Drehtüren und zu Rolltreppen, in Shoppingcenter und über unterschiedliche Bodenbeläge. So konnten die angehenden Architekt:innen die vielfältigen Vor- und Nachteile der gebauten Umgebung unmittelbar erfahren und reflektieren.

Der Workshop machte deutlich, wie unterschiedlich die Stadt wahrgenommen wird, wenn sich die eigene Mobilität verändert, und wie vielfältig die Bedürfnisse im öffentlichen Raum sind. Diese persönlichen Erfahrungen unterstreichen eindrucksvoll, wie zentral barrierefreie und inklusive Gestaltung für eine lebenswerte Umwelt ist – eine wichtige Erkenntnis für die zukünftige Arbeit der Studierenden.

Die Veranstaltung fand als Kooperationsprojekt der Kunstuniversität Linz und des Zentrums für Zivilgesellschaft statt und wurde mit freundlicher Unterstützung von Bandagist Heindl ermöglicht, der die Rollstühle zur Verfügung stellte.

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