Nachbericht zur Veranstaltung „Engagement für Alle! Inklusion im Freiwilligenbereich“

13.10.2025
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Freiwillig in OÖ
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Wie können Menschen mit Behinderungen besser am freiwilligen Engagement teilhaben? Diese Frage stand im Mittelpunkt der Veranstaltung „Engagement für Alle – Inklusion im Freiwilligenbereich“, die am 8. Oktober 2025 im Volkshaus Pichling in Linz stattfand. Etwa 40 Teilnehmer:innen – darunter Menschen mit Behinderungen, ihre Assistenzen sowie Vertreter:innen von Organisationen – kamen zusammen, um in moderierten Gesprächsrunden Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Wege zu mehr Inklusion im freiwilligen Engagement zu entwickeln.

Begrüßung

Nach der Eröffnung der Veranstaltung betonten die Geschäftsführerin des Zentrums für Zivilgesellschaft, Petra Pongratz, und ihre Stellvertreterin Andrea Mayrwöger, dass freiwilliges Engagement ein wirksames Instrument ist, um Inklusion im Alltag nachhaltig zu fördern.

Im Anschluss begrüßte Mag.a Miriam Hoffelner vom Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz die Teilnehmenden und würdigte das Projekt als wichtigen Schritt hin zu einem inklusiveren freiwilligen Engagement.
Christoph Etzlstorfer gab in Vertretung des Vorstandes des Zentrums für Zivilgesellschaft einen kurzen thematischen Einstieg.

Fachlicher Input

Die Sozialarbeiterin und Expertin für Inklusion, FH-Prof.in (i. R.) Dr.in Mag.a Eva Fleischer, stellte in ihrem Vortrag die Ergebnisse ihrer langjährigen Arbeit und Forschung vor und gab konkrete Beispiele dafür, wie inklusive Strukturen im freiwilligen Engagement aufgebaut werden können.

Sie teilte dabei Einblicke in die Prozessbegleitung der Innsbrucker Sozialen Dienste (ISD), die sich auf den Weg gemacht haben, das freiwillige Engagement gezielt für Menschen mit Behinderungen zu öffnen. Diese Begleitung wurde von Eva Fleischer gemeinsam mit Simon Prucker, Peer-Berater bei der Lebenshilfe Tirol, gestaltet. Die Zusammenarbeit verdeutlichte, wie wichtig es ist, dass unterschiedliche Perspektiven und Expertisen auf Augenhöhe zusammenwirken – denn Inklusion im freiwilligen Engagement gelingt nur, wenn Offenheit, Mut zum Ausprobieren und strukturelle Barrierefreiheit zusammenspielen und Menschen mit Behinderungen aktiv an der Gestaltung beteiligt sind.

Fokusgruppen – Vielfalt der Perspektiven

Im Anschluss an die Keynote fand in vier Fokusgruppen ein Austausch zwischen Menschen mit Behinderungen, ihren Assistenzen und Vertreter:innen von Freiwilligenorganisationen statt. Gemeinsam wurden Barrieren, Erfahrungen und nächste Schritte für mehr Inklusion im freiwilligen Engagement diskutiert.

Die Gespräche machten deutlich, wie vielfältig die Erfahrungen im freiwilligen Engagement sind: Manche berichteten von positiven Beispielen gelungener Inklusion, andere von bestehenden Barrieren. Gleichzeitig wurden viele konkrete Ideen gesammelt, wie Organisationen offener und inklusiver werden können und wie Menschen mit Behinderungen zur Teilhabe am freiwilligen Engagement motiviert werden können.

Besonders wertvoll war der direkte Austausch zwischen den Teilnehmer:innen. Dadurch entstanden ein gemeinsames Verständnis für bestehende Herausforderungen und erste Entwürfe von Lösungsansätzen, die in das geplante Ergebnispapier einfließen werden.

Zusammenschau der Ergebnisse

Zum Abschluss präsentierten die Moderator:innen die zentralen Punkte aus den Fokusgruppen. Im Rahmen dessen begrüßte Soziallandesrat Christian Dörfel die Teilnehmenden und lobte den prozessorientierten Ansatz der Initiative.

Dabei zeigte sich, dass bereits einfache Maßnahmen die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen im freiwilligen Engagement deutlich verbessern können. Wichtige Aspekte liegen unter anderem in barrierearmer Kommunikation, der Sichtbarmachung von Engagementmöglichkeiten, gezielten Begegnungsformaten zum Abbau von Berührungsängsten sowie in flexiblen Strukturen und barrierefreier Infrastruktur.

Fazit und nächste Schritte

Die Ergebnisse der Fokusgruppen werden nun in einem Ergebnispapier zusammengeführt, das allen Interessierten zur Verfügung gestellt wird. Es soll konkrete Handlungsempfehlungen bieten, wie Barrieren im freiwilligen Engagement abgebaut werden können und welche Rahmenbedingungen Inklusion in der Praxis erleichtern.

Damit setzt die Veranstaltung einen wichtigen Impuls für die Weiterentwicklung inklusiver Strukturen im freiwilligen Engagement und schafft eine Grundlage für die nächsten Schritte in Oberösterreich und darüber hinaus.

Fördergeber:innen und Kooperationspartner:innen

Die Veranstaltung wurde gefördert aus Mitteln des Landes Oberösterreich, Abteilung Soziales, und des Bundesministeriums für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.
In enger Kooperation mit zahlreichen Partner:innen – darunter Fokus Mensch, Lebenshilfe, Assista Soziale Dienste, InCluenz, Weltwegweiser, Volkshilfe OÖ, Caritas OÖ, Verein unSICHTBAR, Oberösterreichischen Behindertensportverband, Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen OÖ sowie die IVMB OÖVereinigung der Interessensvertretungen der Menschen mit Beeinträchtigungen in OÖ – entstand ein breiter Raum für Austausch und Vernetzung.

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