Virtuelle Reisen sorgen für echte Glücksmomente

28.01.2026
Hinter den Kulissen
Freiwillig in OÖ
mima-App
Artikel teilen
Bildmaterial: Julian Hobmaier

Mit einer Virtual-Reality-Brille ans Meer, in die Berge oder zu vertrauten Tieren reisen – was für viele selbstverständlich klingt, eröffnet für Menschen mit Behinderung ganz neue Erlebnisräume. Genau das zeigte die finale Evaluierung des Pilotprojekts Virtuelle Reisen des Vereins füruns – Zentrum für Zivilgesellschaft, das gemeinsam mit den Projektpartnern VitaBlick und Fokus Mensch sowie mit freiwilligen Begleiter:innen in vier Einrichtungen bzw. Standorten in Oberösterreich umgesetzt wurde.

Insgesamt nahmen 64 Personen an den VR-Reisen teil. Die Rückmeldungen fallen eindeutig positiv aus: Rund 80 Prozent empfanden die virtuellen Ausflüge als schön oder sehr schön, fast 90 Prozent fühlten sich während der Reise wohl oder sehr wohl. Besonders bemerkenswert: Obwohl die meisten Teilnehmenden zuvor noch nie eine VR-Brille genutzt hatten, wurde die Technologie als einfach, angenehm und sicher erlebt.

Erinnerungen, die berühren

Für viele waren die VR-Reisen mehr als nur Unterhaltung. Zwei Drittel der Teilnehmenden berichteten, dass Erinnerungen an frühere Erlebnisse wach wurden – etwa an Urlaube, Tiere, frühere Hobbys oder vertraute Orte. Aussagen wie „Das war wie früher im Urlaub“ oder „Ich war wieder am Meer“ zeigen, welche emotionale Tiefe die virtuellen Erlebnisse erreichen können.

Besonders beliebt waren ruhige Natur- und Tierwelten. Sie wurden als entspannend, beruhigend und wohltuend beschrieben – eine willkommene Auszeit vom Alltag.

Freiwillige als Schlüssel zum Erfolg

Ein entscheidender Faktor für den Erfolg des Projekts ist die Begleitung durch Freiwillige. Sie erklären die Technik, nehmen Unsicherheiten und sind während der VR-Reise präsent. Viele Teilnehmende betonten, wie wichtig es für sie war, „nicht allein zu sein“. Die Freiwilligen wurden so zur Brücke zwischen digitalem Erlebnis und persönlichem Austausch.

Gut verträglich, leicht umsetzbar

Auch die körperliche Verträglichkeit fiel sehr gut aus. Die große Mehrheit verspürte keinerlei Beschwerden. Vereinzelte Rückmeldungen bezogen sich auf Hitze unter der Brille – ein Punkt, der sich durch kurze Einheiten und gut gelüftete Räume leicht verbessern lässt.

Fazit

Die Evaluierung zeigt klar: Virtual-Reality-Reisen mit freiwilliger Begleitung steigern das Wohlbefinden, wecken Erinnerungen und ermöglichen Teilhabe – auch dort, wo reale Reisen nicht mehr möglich sind. Die sehr hohe Bereitschaft zur Wiederholung macht deutlich, dass dieses Angebot das Potenzial hat, langfristig Teil des Alltags in sozialen Einrichtungen zu werden.

Mehr Infos zum Projekt

Zurück